Für mehr Bio in Europa!

Keine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung!

Nürnberger Erklärung

NEIN ZUR BRÜSSELER BIO-BREMSE!
Europas Bürger wollen MEHR Bio -
nicht weniger!

EU-Agrarkommissar Phil Hogan, das EU-Parlament und der EU-Agrarrat wollen trotz scharfer Kritik an der von der EU-Kommission geplanten Totalrevision der EU-Öko-Verordnung weiter festhalten. Mit dem Kommissions-Entwurf werden die bisher gültigen Regeln für den Öko-Landbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa grundsätzlich in Frage gestellt.

Die EU-Bio-Regeln wurden erst vor wenigen Jahren neu gestaltet. Jetzt sollen sie erneut und ohne Not völlig neu gefasst werden. Das schafft eine komplett neue Rechtslage und führt zu großen Unsicherheiten bei Praktikern und Marktakteuren.

Die neuen Regelungen werden den Öko-Landbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in ihrer weiteren Entwicklung massiv behindern. Europaweit werden dadurch Wachstum und Beschäftigung im Bio-Bereich gefährdet. Die EU-Kommission stellt selbst fest: Öko-Landbau und Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa würden durch die Totalrevision schrumpfen. Und das, obwohl die Nachfrage nach heimischen Bio-Lebensmitteln steigt und die Ausweitung der Öko-Produktion mehr sauberes Trinkwasser, hohe Artenvielfalt und mehr Beschäftigung im ländlichen Raum schaffen würde.

Die Konsequenzen der geplanten Totalrevision wären fatal: weniger heimische Bio-Produkte für Verbraucher, weniger Arbeitsplätze und weniger Umwelt-, Klima- und Artenschutz in Europa.

Gemeinsam für mehr Bio in Europa Initiatoren

Wir wollen mehr Bio in Europa! Wir lehnen die geplante Totalrevision der EU-Kommission entschieden ab. Es muss verhindert werden, dass die vorgelegte Totalrevision in Kraft tritt.

Wir fordern die EU-Kommission, das EU-Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten auf, den aktuellen Revisions-Entwurf nicht umzusetzen, sondern das Bio-Recht auf Basis der bestehenden EU-Öko-Verordnung fortzuentwickeln.

Das wollen wir!

Das muss verhindert werden!

Mehr Bio aus Europas Land- und Lebensmittelwirtschaft! Mehr heimische Bio-Produkte!

Dass die steigende Nachfrage nach mehr Bio-Produkten nicht gestillt werden kann.

Dass mit Bio mehr Beschäftigung und Wachstum, vor allem im ländlichen Raum, geschaffen wird.

Die Totalrevision verhindert das Entstehen neuer und gefährdet bestehende Arbeitsplätze. Es stehen 200.000 Arbeitsplätze im Bio-Bereich in Europa auf dem Spiel.

Eine Weiterentwicklung der bestehenden, bewährten EU-Öko-Verordnung. Ohne Rechtssicherheit und Verlässlichkeit gibt es keine Bereitschaft für Umstellung und Neuinvestitionen.

Verunsicherung der Marktakteure, die die Entwicklung von Bio ohne Not ausbremst.

Die Regeln für die Erzeugung und Verarbeitung von Bio-Produkten gehören zusammen mit den Regeln für das Kontrollsystem in die EU-Öko-Verordnung.

Dass das Kontrollsystem für Öko-Lebensmittel in die allgemeine Lebensmittelüberwachung eingeht und so verwässert anstatt gezielt weiter entwickelt wird.

Die bewährte Prozesskontrolle von Bio-Produkten „vom Acker bis zum Teller“ muss bleiben und gezielt verbessert werden. Die Prozesskontrolle sichert eine hohe Glaubwürdigkeit für Bio-Produkte.

Dass nur noch am Endprodukt geprüft wird, ob Lebensmittel Bio sind oder nicht. Dies hat zur Folge, dass das unternehmerische Risiko, Bio zu produzieren, zu groß wird.

Keine gesonderten Grenzwerte für Bio-Produkte.

Dass es unterschiedliche Grenzwerte für Rückstände und Kontaminationen für konventionelle und Bio-Produkte gibt. Bio Unternehmen dürfen nicht für die Pestizidanwendung ihrer konventionellen Nachbarn in Haftung genommen werden.

Mehr Sicherheit bei Importen von Bio-Produkten.

Praxisferne Importregelungen und eine unzureichende Überwachung von Kontrollstellen in Drittstaaten müssen beendet werden.

Bio muss entwicklungsfähig bleiben. Deswegen müssen praxistaugliche Übergangsregelungen erhalten bleiben und dem Entwicklungsstand kontinuierlich angepasst werden.

Dass überbordende, nicht zu erfüllende Auflagen eingeführt werden. Dies würde die Erzeugung, die Verarbeitung und den Handel mit Bio-Produkten massiv behindern und Bio-Neueinsteiger ausbremsen.

Öko-Landbau muss in allen Regionen der EU möglich sein. Das gelingt, wenn bei der Umsetzung die Produktionsregeln an die regionalen Besonderheiten angepasst werden können.

Dass eine regionale und nationale Anpassung der Regelungen an die unterschiedlichen geografischen, klimatischen und kulturellen Voraussetzungen unmöglich gemacht wird.

Die grundlegenden Produktions- und Kontrollregeln müssen gemeinsam von Mitgliedsstaaten und EU-Parlament gestaltet werden.

Dass die EU-Kommission wesentliche Regelungen erst später und im Alleingang festlegt.